Sonntag, 14. Oktober 2007

Naomi Klein in X-Berg

"In ihrem neuen Buch "Die Schock-Strategie: Aufstieg des
Katastrophenkapitalismus" argumentiert Naomi Klein
(Autorin von "No Logo"), dass die Orientierungslosigkeit und Verwirrung der Bevölkerung nach kollektiven Schockerlebnissen – Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder Kriegen – genutzt werden, um einschneidende und unbeliebte politische und ökonomische Reformen durchzusetzen.

Als Beispiele nennt Klein die Privatisierung des Krieges durch
den Einsatz von Söldnerunternehmen nach dem 11. September oder die Versteigerung der Strände in Südostasien nach dem Tsunami. Die Wurzeln des Katastrophenkapitalismus sieht sie in Ideen neoliberaler Vordenker wie Milton Friedman und sie führt aus, dass die Schock Strategie zu Ereignissen geführt hat, die die Welt grundlegend verändert haben, wie Pinochets Putsch in Chile
oder das Tiananmen-Massaker in China.

Naomi Klein wird ihre Thesen zur Bedeutung von Krisen und Katastrophen für den globalisierten Kapitalismus und der Verbindung zu neoliberalen Ideologien zur Diskussion stellen.
Und nicht zuletzt wird es auch darum gehen, welche Bedeutung ihre Überlegungen für politische Praxis und Organisierung haben könnten.

Festsaal Kreuzberg, Skalitzerstrasse 130. U-Bahn Kottbusser Tor
Mittwoch, 17. Oktober. 19:30h."

Freitag, 12. Oktober 2007

Ein Super Krieg!

im bundestag wurde heute die verlängerung der bundeswehr-beteiligung am kriegseinsatz in Afghanistan mit grosser mehrheit beschlossen.

zur situation in Afghanistan und zu den segnungen, die die militärische intervention der dortigen bevölkerung beschert hat, sei auf die rede von Malalai Dschoja, mitglied des afghanischen Parlaments, gehalten an der universität Los Angeles am 10. April verwiesen:

"...Die US-Regierung hat das ultrareaktionäre und brutale Regime der Taliban beseitigt.
Statt sich aber auf das afghanische Volk zu stützen, hat sie uns vom Regen in die Traufe gestürzt und ihre Freunde unter den schmutzigsten und berüchtigtsten Kriminellen der „Nordallianz“ gesucht, in der sich geschworene Feinde von Demokratie und Menschenrechten versammelt haben, und die nicht weniger übelgesinnt, böse und grausam sind wie die Taliban...

Die westlichen Medien sprechen von Demokratie und der Befreiung Afghanistans, stattdessen sind die USA und ihre Verbündeten damit beschäftigt, unser verwundetes Land in ein Land der Kriegsherren, der Verbrecher und der Drogenbarone zu verwandeln...

...Die Geschichte des Wiederaufbaus Afghanistans ist schmerzlich:
Nach fünf Jahren können Sie kein einziges ernsthaftes Wiederaufbauprojekt sehen. Milliarden Dollars an Hilfsgeldern wurden von den Kriegsherren geplündert, von korrupten NGOs, den UN und den Regierungsbeamten. Afghanistan steht auf dem UN-Human-Development-Index mit 177 Ländern immer noch auf Platz 175, und die Arbeitslosenrate liegt über 40 Prozent...

...Im letzten Jahr haben die Vereinten Nationen erklärt, Afghanistan könne unter der US-Besatzung zu einem echten „Narco-State“, einem Drogenstaat werden. Heute bezweifelt niemand, dass es zu einem Mafiastaat geworden ist angesichts der Tatsache, dass hier 92 Prozent des weltweiten Opiums produziert werden. Hochrangige Beamte wie Minister und stellvertretende Minister haben Verbindungen zur Drogenmafia. Und all das geschieht direkt unter der Nase tausender von ausländischen Truppen...

...Der von den USA unterstützte Präsident Karsai und seine verwestlichten Intellektuellen machen gemeinsame Sache mit den Fundamentalisten jeder Schattierung, um dieses Mafiasystem unserem Volk aufzuzwingen. Das ist der Hauptgrund für die heutigen Probleme, für den Stillstand in Afghanistan. Diejenigen, die Gerechtigkeit fordern, werden mit dem Tode bedroht...

...Präsident Hamid Karsai beruft die verbrecherischen Warlords in hohe Ämter, statt sich auf das Volk zu stützen und diese Kriminellen vor Gericht zu stellen. Auf Grund seiner Politik, die das Verbrechen fördert, hassen die Menschen in Afghanistan ihn als jemanden, der mitverantwortlich ist für die derzeitige Katastrophe. Selbst die CIA hat in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht zugegeben, dass er die Unterstützung der Menschen verloren und keine Kontrolle außerhalb Kabuls hat...

...Wegen dieser tragischen Lage ist die Rückkehr nach Afghanistan nach wie vor nicht sehr attraktiv für die vier Millionen afghanischen Flüchtlinge im Iran und in Pakistan, und viele versuchen immer noch aus dem Land zu fliehen...

...Die USA sind in Afghanistan im Namen von Menschenrecht und Demokratie einmarschiert, heute jedoch sind wir von diesen Werten genauso weit entfernt wie vor fünf Jahren. Stattdessen hat sich die Zahl der seit 2001 im „Krieg gegen den Terror“ getöteten unschuldigen Zivilisten verfünffacht im Vergleich zu der Zahl derjenigen, die in der Tragödie vom 11. September umkamen..."

Donnerstag, 11. Oktober 2007

London 1990

"Die Regierung der britischen Premierministerin Margaret Thatcher führte Ende der 80er Jahre in Großbritannien die Kopfsteuer community charge (besser bekannt als poll tax) ein. Jedoch weigerten sich 18 Millionen Briten, die Steuer zu bezahlen, und es kam zu gewalttätigen Protesten. Letztendlich war die community charge ausschlaggebend für die Krise und den Rücktritt der Regierung Thatcher." (wikipedia)

angesichts der Battle Of Trafalgar wirken die heute stattfindenden auseinandersetzungen wie bspw. in Rostock anlässlich der anti-G8-proteste wie ringelpiez mit anfassen.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Krieg und Frieden

einer der besten artikel, die ich in letzter zeit gelesen habe:
"Krieg und Frieden nach 9/11" von Yoshikazu Sakamoto,
in blätter für deutsche und internationale politik, sept.2007.

online leider nicht zu haben, nur als podcast von attac.

Taxi zur Hölle

wer's verpasst hat, dem sei hier nochmal wärmstens die ARTE-doku
"taxi zur hölle" empfohlen:

"Seit dem Beginn des Kampfs gegen den Terror sind über 100 Häftlinge unter mysteriösen Umständen in US-Gefangenschaft gestorben.

Der Dokumentarfilm beschäftigt sich mit dem Fall des afghanischen Taxifahrers Dilawar. Als er eines Nachmittags vom US-Militär festgenommen wurde, nachdem er drei Fahrgäste aufgenommen hatte, fragten sich die Bewohner seines Dorfes, warum gerade er verhaftet und im Gefängnis festgehalten wurde und warum es keinen Prozess gab.

Fünf Tage nach seiner Festnahme starb Dilawar unter nicht geklärten Umständen in seiner Gefängniszelle in Bagram. Sein Tod ereignete sich nur eine Woche nach einem weiteren mysteriösen Todesfall im gleichen Gefängnis. Der Autopsiebericht lässt darauf schließen, dass beide Häftlinge ihren schweren Verletzungen, die ihnen während ihrer Haft durch US-Soldaten zugefügt wurden, erlagen.

Der Dokumentarfilm zeigt, wie die Entscheidungen, die im Zentrum der Macht getroffen wurden, direkt zu Dilawars Tod führten. Und er zeigt, wie der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gemeinsam mit den Verantwortlichen im Weißen Haus den Kongress überzeugte, Folter gegen Kriegsgefangene zuzustimmen.

Filmemacher Alex Gibney berichtet über die tatsächliche Einführung der Folter als Verhörmethode in US-Einrichtungen und legt dabei offen, welche Rolle die Schlüsselfiguren der Bush-Administration in dieser Angelegenheit spielten. Sein Dokumentarfilm ist ein eindringliches Plädoyer für die Einhaltung der Menschenrechte und der Genfer Konvention."

>>> zum video bei ARTE.

>>> video bei U tube: Teil1 - Teil 2 - Teil 3 - Teil 4 - Teil 5

Dienstag, 2. Oktober 2007

Musikfilmchen


Put Your Hands Up For Detroit - The funniest home videos are here

mehr videos/pix von smackaysmith hier.

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